So läuft eine Messung: Basisstrom vorgeben → der äußere Regler stellt DA2, bis IB = (URB1−URB2)/RB − URB2/RB_GND den Sollwert hat → der innere, schnellere Regler stellt DA1, bis UCE = URC2 stimmt → erst danach wird IC = (URC1−URC2)/RC abgelesen.
Bedienung
Register am Gerät (Modbus, Adresse 1)
| Reg. | Name | Inhalt | Wert | entspricht |
|---|
Register 0…3 beschreibbar, 4…11 nur lesbar. 8…11 sind die Mittelwerte über Abtastungen, ganzzahlig gerechnet wie in der Firmware.
Einschwingen der Kaskade
Aufgenommenes Kennlinienfeld
Noch nicht aufgenommen — auf „Kennlinienfeld aufnehmen“ drücken. Jeder Punkt wird einzeln eingeregelt, so wie am Gerät.
Der Aufbau, den die Simulation nachbildet
Dasselbe am Leitstand
Vier Quadranten, ein Arbeitspunkt: Linien = Modell mit den angepassten Parametern, Punkte = die Messung am BC337-25. Der Arbeitspunkt wird durch alle vier Felder durchgezogen; die Steigung der Kennlinie in jedem Feld ist einer der vier h-Parameter. Unterhalb von etwa 0,3 V liegen die Modelllinien über den Messpunkten: das Modell enthält keine Sättigung, es wurde an den aktiven Bereich angepasst (UCE > 1 V) und gilt nur dort.
Arbeitspunkt
Simulation gegen Messung
Verglichen wird punktweise: für jeden gemessenen Punkt liefert das Modell einen Wert, angegeben sind die mittlere quadratische und die größte relative Abweichung.
Vom Kennfeld zum Vierpol: die vier h-Parameter sind die Ableitungen des Modells im Arbeitspunkt, die Kettenmatrix folgt daraus durch Umrechnung, und aus dem Kettenprodukt von Basiswiderstand, Transistor und Kollektorwiderstand ergeben sich Ein- und Ausgangswiderstand und die Verstärkung der ganzen Stufe.
h-Parameter im Arbeitspunkt
Gegenprobe von Hand: gm = IC/(n·VT) — der Wert daneben ist die numerische Ableitung.
Kettenmatrix des Transistors im Arbeitspunkt oben
Emitterschaltung, durchgerechnet
Kette ARB · AT · ARC
Arbeitsgerade im Ausgangskennlinienfeld
1 Worum es geht
Ein Transistor wird in der Vorlesung zuerst als Kennfeld gezeigt und danach als Vierpol gerechnet. Zwischen beidem klafft eine Lücke: das Kennfeld steht im Datenblatt, die Vierpolparameter stehen in der Formelsammlung, und wie das eine aus dem anderen folgt, bleibt meist eine Behauptung. Dieses Manuskript schließt die Lücke an einem einzigen Bauteil und auf einem Weg, der sich von Hand nachrechnen lässt:
- Ein selbstgebauter Messplatz nimmt das Kennfeld auf. Er besteht aus einem Mikrorechner, einem 16-Bit-Analog-Digital-Umsetzer, einem 16-Bit-Digital-Analog-Umsetzer, zwei Treiberverstärkern und drei gesteckten Widerständen. Geregelt wird in Kaskade: der äußere Kreis stellt den Basisstrom, der innere die Kollektor-Emitter-Spannung.
- Aus dem gemessenen Kennfeld werden die Parameter eines Transistormodells bestimmt — erst merkmalsweise mit Bleistift und Papier, dann als Gesamtausgleich über alle Kurven, und zuletzt wird geprüft, welcher Parameter aus diesen Daten überhaupt bestimmbar ist.
- Aus dem angepassten Modell werden die h-Parameter im Arbeitspunkt als Ableitungen gewonnen, daraus die Kettenmatrix (A-Parameter), und damit wird eine vollständige Emitterschaltung durchgerechnet.
Der Weg ist bewusst so gelegt, dass an keiner Stelle ein Baustein als Orakel auftritt. Jede Zahl in diesem Manuskript ist entweder gemessen oder aus gemessenen Zahlen gerechnet; die Rechenprogramme liegen bei und sind gelaufen.
2 Der Messplatz
2.1 Übersichtsplan
Der Aufbau folgt einer einfachen Idee: zwei Spannungsquellen speisen den Prüfling über je einen Messwiderstand, und vier Spannungen werden gemessen. Ströme werden nicht mit Stromwandlern erfasst, sondern als Spannungsabfall über bekannten Widerständen gerechnet. Damit kommt der ganze Messplatz mit einem einzigen vierkanaligen Spannungsmesser aus.
Die Bezeichnungen des Plans werden im ganzen Manuskript und in der Firmware verwendet:
| Knoten | Bedeutung |
|---|---|
| URC1 | Speisepunkt des Kollektorzweigs, vor dem Messwiderstand RC |
| URC2 | Kollektor des Prüflings, hinter RC; zugleich UCE (Emitter liegt an Masse) |
| URB1 | Speisepunkt des Basiszweigs, vor dem Messwiderstand RB |
| URB2 | Basis des Prüflings, hinter RB; zugleich UBE |
Alle Ströme und Spannungen sind positiv. Der Messplatz arbeitet im ersten Quadranten des npn-Transistors; für pnp-Prüflinge ist auf der Leiterplatte eine zweite Klemmenreihe vorgesehen.
2.2 Der Ausgabeweg: Umsetzer und Treiber
Der Digital-Analog-Umsetzer ist ein DAC8565 mit vier Kanälen zu je 16 Bit, angesteuert über SPI. Zwei Kanäle sind belegt: Kanal A liefert die Steuerspannung des Kollektorzweigs (UC), Kanal B die des Basiszweigs (UB). Der Ausgangsbereich ist 0 … 2,5 V.
Weil ein Transistor mehr Spannung und deutlich mehr Strom braucht, als ein Umsetzer liefern kann, folgt je Kanal ein nichtinvertierender Verstärker (Doppel-Leistungs-Operations\-verstärker TCA0372). Seine Verstärkung folgt aus dem Rückführteiler:
Im Kollektorzweig liegt zusätzlich ein Längstransistor (2SC3519) innerhalb der Gegenkopplung; er erhöht nur den lieferbaren Strom, nicht die Verstärkung, weil die Rückführung hinter ihm abgegriffen wird (R12/R3, gleiche Werte).
Damit gilt für beide Speisepunkte dieselbe Umrechnung von Registerwert zu Klemmenspannung. Mit Uref,DA = 2,5 V und 216 Stufen:
Der größte Registerwert ist 65535; daraus folgt
Das deckt sich mit der Angabe „0 … 12 V" im handgezeichneten Übersichtsplan.
2.3 Der Messweg: Folger, Teiler, Umsetzer
Jede der vier Knotenspannungen wird zuerst von einem Spannungsfolger abgegriffen (LTA8092, unbelastender Eingang), dann durch einen Teiler auf den Eingangsbereich des Analog-Digital-Umsetzers gebracht und von einer Z-Diode gegen Überspannung geschützt.
Der Teiler ist
Die Reihenfolge ist wichtig: erst der Folger, dann der Teiler. Stünde der Teiler vorn, belastete er den Messknoten mit 65 kΩ — im Basiszweig, wo Ströme von wenigen Mikroampere gemessen werden, wäre das ein grober Fehler.
Der Umsetzer AD7682 hat vier Kanäle zu 16 Bit. Seine Referenz folgt aus dem Konfigurationswort der Firmware (ad_da.cpp):
#define AD_MODE (0x2000 | 0x1C00 | 0x0008 | 0x0001) << 2
Darin bedeutet 0x2000 „Konfiguration übernehmen", 0x1C00 den unipolaren Eingang gegen Masse, 0x0008 die interne Referenz von 4,096 V, 0x0001 „Konfiguration nicht zurücklesen"; das nicht gesetzte Bit 6 wählt die kleine Bandbreite (stärkere Glättung), die nicht gesetzten Bits 2 und 1 schalten den Kanalfolger ab. Der Schiebevorgang um zwei Stellen setzt das 14-Bit-Wort in den 16-Bit-Rahmen.
Damit ist die Umrechnung von Registerwert zu Klemmenspannung
und die größte messbare Klemmenspannung ist 65535 · 184,659 µV = 12,1016 V. Sie liegt bewusst etwas unter dem, was der Treiber liefern kann: der Messweg soll nicht vor dem Stellweg an seine Grenze kommen.
2.4 Die Mittelwertbildung
Jeder Kanal wird bei jedem Durchlauf der Hauptschleife einmal gewandelt und in einen Ringspeicher der Länge N = 10 geschrieben; der Mittelwert daraus steht in einem eigenen Register. Die Firmware rechnet ganzzahlig:
Die Abschneidung kostet höchstens einen Zählschritt, also 185 µV an der Klemme — weniger als das Rauschen des Aufbaus. Der Gewinn ist der übliche: unkorreliertes Rauschen wird um √(N) = 3,16 kleiner.
2.5 Die gesteckten Widerstände
Drei Widerstände sind gesteckt und bestimmen die Messbereiche:
- RC im Kollektorzweig — legt den Strommessbereich und den Spannungsabfall fest,
- RB im Basiszweig — dasselbe für den Basisstrom,
- RB_GND von der Basis nach Masse — ein Ableitwiderstand, der den Basisknoten auch bei gesperrtem Transistor definiert hält.
Die verwendeten Werte sind in den Unterlagen nicht vermerkt. Sie lassen sich aber aus den Anzeigewerten der Bedienblätter zurückrechnen, weil dort die Spannungen und die daraus gebildeten Ströme nebeneinander stehen. Aus dem Blatt des ersten Quadranten:
Das Blatt des dritten Quadranten ist dabei das aussagekräftigste, weil es mit dem Zwanzigfachen des Basisstroms arbeitet und die Rundung der Anzeige dort entsprechend weniger wiegt:
Über alle vier vorliegenden Blätter gemittelt ergibt sich RB = 7485 Ω und RB_GND = 1005 Ω; die Anzeige hat nur drei Nachkommastellen, die Streuung von etwa 0,4 % ist genau die Rundung — und dass das Blatt mit dem zwanzigfachen Strom denselben Wert liefert, ist die Bestätigung. Die nächsten Werte der Reihe E24 sind RB = 7,5 kΩ und RB_GND = 1 kΩ — beides sind übliche Werte, und mehr als „der Bestückung nach plausibel" ist damit nicht behauptet. RC lässt sich so nicht zurückrechnen, weil auf allen vorliegenden Blättern URC1 = URC2 und damit IC = 0 angezeigt wird; RC bleibt deshalb eine Eingabe.
2.6 Der Registerplan
Der Mikrorechner ist nach außen ein gewöhnlicher Modbus-RTU-Teilnehmer mit der Adresse 1 an der seriellen Schnittstelle (115200 Bit/s, 8N1). Er hält 13 Register:
| Register | Name in der Firmware | Inhalt | Schreiben? |
|---|---|---|---|
| 0 | REG_DA0+0 | Stellwert Kollektorzweig UC (Kanal A) | ja |
| 1 | REG_DA0+1 | Stellwert Basiszweig UB (Kanal B) | ja |
| 2, 3 | REG_DA0+2,3 | nicht belegt | ja |
| 4 | REG_AD0+0 | Messwert URC1, roh | nein |
| 5 | REG_AD0+1 | Messwert URC2 = UCE, roh | nein |
| 6 | REG_AD0+2 | Messwert URB1, roh | nein |
| 7 | REG_AD0+3 | Messwert URB2 = UBE, roh | nein |
| 8 … 11 | REG_ADMIW+0…3 | dieselben vier Werte als Mittelwert über N = 10 | nein |
| 12 | — | frei | nein |
Dass die Messregister nicht beschreibbar sind, steht nicht im Handbuch, sondern in einer einzigen Zeile der Firmware:
void setReg(uint16_t aReg, uint16_t aWert){
if ((aReg<REG_AD0) && (reg[aReg]!=aWert)){
reg[aReg]=aWert;
}
}
Ein Schreibbefehl auf Register 4 und höher wird quittiert, aber nicht ausgeführt. Das ist kein Mangel, sondern die einzige Stelle, an der ein fehlerhaft eingerichteter Leitstand sich selbst Messwerte vorschreiben könnte.
Unterstützt werden die Funktionscodes 1, 2 (Bitleser, liefern Null), 3 und 4 (Register lesen), 5, 6, 15, 16 (schreiben) sowie 8 (Diagnose-Echo). Das Telegrammende erkennt die Firmware nicht an der Sendepause, sondern an der Sollänge, die aus dem Funktionscode folgt; ist die Prüfsumme falsch, wird ein Byte verworfen und erneut aufgesetzt.
3 Die Kaskadenregelung
3.1 Warum überhaupt geregelt wird
Eine Kennlinie ist eine Aussage über einen eingestellten Zustand: „bei IB = 24 µA und UCE = 5 V fließt IC = …". Beide Größen lassen sich aber nicht direkt stellen. Gestellt werden zwei Spannungen an den Speisepunkten; was daraus wird, hängt vom Prüfling ab. Zwei Beispiele:
- Erhöht man URB1, so steigt IB — aber nicht proportional, denn der Basis-Emitter-Übergang ist eine Diode, und ein Teil des Stroms fließt durch RB_GND ab.
- Erhöht man URC1, so steigt UCE — aber der gleichzeitig steigende Kollektorstrom vergrößert den Abfall über RC und nimmt einen Teil davon wieder weg.
Die beiden Wirkungen sind außerdem verkoppelt: IC hängt von UBE ab, und IB hängt (schwach) von UCE ab. Deshalb wird in Kaskade geregelt.
3.2 Die beiden Kreise
Äußerer Kreis — Basisstrom. Der Basisstrom wird nicht gemessen, sondern aus zwei Spannungen gerechnet. Am Knoten RB2 (der Basis) gilt die Knotengleichung: was durch RB zufließt, teilt sich auf in den Ableitstrom durch RB_GND und den Basisstrom.
Stellglied ist der Digital-Analog-Kanal B (in der Bedienoberfläche „DA2").
Innerer Kreis — Kollektor-Emitter-Spannung. Hier ist die Messung unmittelbar, weil der Emitter an Masse liegt:
Stellglied ist der Digital-Analog-Kanal A („DA1").
Die Messgröße. Erst wenn beide Kreise eingeschwungen sind, wird der Kollektorstrom aus dem Abfall über RC gerechnet:
Dass der innere Kreis der schnellere sein muss, ist die Grundregel jeder Kaskade: der äußere Kreis darf erst dann nachstellen, wenn der innere seine Störung schon ausgeregelt hat. Verletzt man sie, schaukeln sich beide gegeneinander auf.
Wie schnell der innere Kreis sein darf, ist ebenfalls nachrechenbar, und die Antwort steckt in der Mittelwertbildung. Der Regler ist ein Integrierer — er addiert bei jedem Durchlauf ein Stück auf den Stellwert —, und er sieht nicht den Istwert, sondern dessen Mittelwert über N = 10 Abtastungen. Ein gleitender Mittelwert wirkt wie eine Totzeit von (N-1)/2 = 4,5 Durchläufen. Für die Stabilität rechnet man beides zusammen: der Integrierer hat bei der Kreisfrequenz omega (im Takt der Durchläufe) den Betrag K/(2sin(omega/2)), der Mittelwert den Betrag sin(Nomega/2)/(Nsin(omega/2)). Die Phase erreicht -180^circ bei 90^circ + 4,5 omega = 180^circ, also omega = 0,349. Dort ist der Kreisverstärkungsbetrag 1,66 K, und Stabilität verlangt
Die Browser-Seite arbeitet mit K = 0,35 für den inneren und K = 0,12 für den äußeren Kreis — knapp ein Drittel davon, wie es die Kaskadenbedingung verlangt. Mit K = 0,75 schwingt der Kreis auf; das ist nachgestellt und war der erste Befund der Browser-Prüfung.
3.3 Was die Auflösung begrenzt
Die kleinste Änderung, die der Messplatz überhaupt darstellen kann, folgt aus den beiden Umrechnungen aus Abschnitt 2. Beim Basisstrom gehen zwei gemessene Spannungen ein, und URB2 geht sogar zweimal ein — einmal in der Differenz über RB und einmal im Ableitstrom. Man leitet Gleichung (I) partiell ab:
Beide Spannungen sind auf kAD genau bekannt, und ihre Rundungsfehler sind voneinander unabhängig; also ist
Mit RB = 7,5 kΩ und RB_GND = 1 kΩ:
Bei einem Basisstrom von 20 µA sind das 1,36 %. Ohne den Ableitwiderstand — also nur die Differenzmessung über RB — wären es √2 kAD/RB = 34,8 nA, also 0,17 %: der Ableitwiderstand kostet den Faktor 7,8 an Auflösung. Er ist trotzdem richtig, denn ohne ihn ist der Basisknoten bei gesperrtem Transistor undefiniert; aber er gehört so groß gewählt, wie es die Stabilität gerade noch erlaubt. Die Browser-Seite rechnet diese Zahl zu jeder Schiebereinstellung mit und zeigt beide Anteile getrennt.
Beim Stellweg ist die Rechnung einfacher: ein Schritt am Digital-Analog-Umsetzer ändert URB1 um 188 µV, also den Basisstrom um 188 µV/7500 Ω = 25 nA. Der Stellweg ist damit elfmal feiner als der Messweg. Das ist die richtige Reihenfolge — umgekehrt könnte der Regler den Sollwert grundsätzlich nicht treffen —, hat aber eine Folge, die man kennen muss: der Regler kann den letzten Rest nicht mehr wegregeln, sondern pendelt innerhalb eines Zählschritts der Messung. Eine Regelabweichung unterhalb von Δ IB ist keine Leistung, sondern Zufall. Die Prüfung der Browser-Seite setzt die Schranke deshalb in Zählschritten und nicht in Prozent.
Beim Stellbereich gibt es eine zweite Grenze, die bei der Aufnahme sichtbar wird. Der Speisepunkt muss
leisten — 12,10 V, nicht 12,32 V, weil der Messweg früher an seinen Anschlag kommt als der Treiber (Abschnitt 2.3). Bei RC = 470 Ω und IB = 40 µA ist IC ≈ 10,8 mA, also IC RC = 5,1 V, und über UCE = 7 V hinaus ist nichts mehr zu holen. Genau das zeigen die Bedienblätter als „Abweichungen aufgrund fehlender Regelreserve": die Kennlinie bricht nicht ab, sie bleibt stehen. Abhilfe ist ein kleineres RC — zum Preis der Stromauflösung.
3.4 Ablauf einer Kennlinienaufnahme
Die Ablaufsteuerung des ersten Quadranten arbeitet in vier Schritten:
- Ein Basisstrom wird vorgegeben (beispielsweise in Stufen von 0,2 mA von 0,2 mA bis 1 mA) und vom äußeren Kreis eingeregelt.
- Die Kollektor-Emitter-Spannung wird vom inneren Kreis in Schritten von beispielsweise 0,1 V hochgefahren. Bei geringen Änderungen darf die Schrittweite wachsen.
- Nach dem Einschwingen beider Kreise — Sollwert und Istwert werden verglichen — wird der Kollektorstrom aus (URC1-URC2)/RC gerechnet und der Punkt (UCE, IC) abgelegt.
- Abgebrochen wird, wenn alle vorgegebenen Basisstromkurven durchfahren sind und beim größten Basisstrom der letzte Wert von UCE erreicht ist.
Die anderen Quadranten entstehen aus denselben vier Schritten mit vertauschten Rollen von Sollgröße und Laufgröße.
4 Was der Messplatz liefert: vier Quadranten
Am Prüfling (npn-Leistungstransistor Tesla KU611 im Metallgehäuse) ergeben sich die vier Kennfelder. Sie sind hier so gezeigt, wie das Gerät sie ausgibt.
Für die Auswertung wurde ein zweiter Datensatz verwendet, der als Textdatei vorliegt und einen Kleinsignaltransistor BC337-25 beschreibt: fünf Dateien mit den Feldern Ic/Vbe, Ic/Vce, Ic/Ib, hFE/Vce und hFE/Ic, jeweils mit fünf Kurven und den Spaltenköpfen Trace:, Tag:, Colour:. Der Grund für den Wechsel ist der Messbereich: der Leistungstransistor arbeitet bei Basisströmen um 1 mA, der Kleinsignaltransistor bei 8 … 40 µA, und für den Vergleich mit einem Kleinsignalmodell ist der zweite Bereich der lehrreichere. Über die Herkunft der Dateien ist im Arbeitsbereich nichts weiter hinterlegt als die Dateien selbst.
5 Vom Kennfeld zum Modell
5.1 Die Modellgleichungen
Verwendet wird ein reduziertes Gummel-Poon-Modell mit vier Gleichungen. Es ist bewusst klein gehalten: jede Gleichung beschreibt genau einen im Kennfeld sichtbaren Effekt, und es kommt kein Parameter vor, der sich nicht an einer Stelle des Kennfelds ablesen ließe. Mit der Temperaturspannung VT = 25,852 mV (T = 300 K):
(1) Der Kollektorstrom (Shockley mit Early-Faktor)
Der erste Faktor ist die Diodengleichung des Basis-Emitter-Übergangs, der zweite die Basisweitenmodulation: die Ausgangskennlinie steigt im aktiven Bereich linear an und schneidet die verlängerte Achse bei -VA.
(2) Die stromabhängige Stromverstärkung
Das ist die Hochstrominjektion: bei großen Strömen fällt die Stromverstärkung ab.
(3) Der Basisstrom mit Bahnwiderstand
RBB ist der Bahnwiderstand der Basiszuleitung: bei großem Basisstrom liegt nicht die volle Klemmenspannung am Übergang. Die Gleichung ist implizit — IB steht auf beiden Seiten — und wird durch Einsetzen gelöst (Abschnitt 5.6).
(4) Die Umkehrung (UBE aus vorgegebenem IC):
Das ist Gleichung (1) nach UBE aufgelöst und wird überall dort gebraucht, wo ein Arbeitspunkt über den Kollektorstrom vorgegeben ist.
Sieben Parameter treten auf: n, IS, βF, VA, IKF, RBB, VAB.
5.2 Erster Weg: merkmalsweise Ablesung
Der erste Weg braucht keinen Rechner, nur Logarithmenpapier und ein Lineal. Er bestimmt vier der sieben Parameter unmittelbar aus je einem Merkmal des Kennfelds.
n und IS aus der Gummel-Kurve. Logarithmiert man Gleichung (1),
so ist ln IC über UBE eine Gerade. Aus ihrer Steigung m folgt
aus dem Achsenabschnitt IS. An den vier brauchbaren Kurven des Datensatzes ergaben sich n = 0,993; 0,999; 0,989; 1,036, also n = 1,004 im Mittel, und IS zwischen 3,3·10-14 A und 9,6·10-14 A, im Mittel 5,26·10-14 A.
VA aus der Ausgangskennlinie. Die Gerade im aktiven Bereich verlängert man nach links; ihr Schnittpunkt mit der UCE-Achse liegt bei -VA. Aus den fünf Basisstromkurven: 107,3 V; 123,8 V; 137,1 V; 158,1 V; 203,9 V — Mittel 146,0 V. Die große Streuung ist keine Schlamperei, sondern die Aussage selbst: der Early-Effekt ist bei diesem Bauteil schwach, und aus einer fast waagerechten Geraden lässt sich ein weit entfernter Schnittpunkt nur ungenau bestimmen. Abschnitt 5.5 bestätigt das.
βF aus der Stromsteuerkennlinie. Die Steigung von IC über IB ergab je nach UCE 263; 270; 276; 279 — Mittel 272. Der größte gemessene Wert von hFE über alle Daten ist 275. Beide Wege stimmen auf 1 % überein.
IKF, RBB, VAB lassen sich so nicht bestimmen: im gemessenen Bereich bis 9,3 mA ist kein Hochstromabfall sichtbar, und die Daten sind bei konstantem Basisstrom aufgenommen, so dass der Bahnwiderstand sich nicht abhebt. Das Ergebnis der Ablesung ist an dieser Stelle also nicht eine Zahl, sondern die Schranke IKF gg 9 mA.
5.3 Zweiter Weg: Gesamtausgleich über alle Kurven
Der zweite Weg minimiert den Gesamtfehler aller fünf Kennfelder gleichzeitig. Als Gütemaß dient der Mittelwert der datensatzweisen mittleren quadratischen Abweichung — jeder Datensatz zählt gleich viel, damit nicht der mit den meisten Punkten das Ergebnis allein bestimmt:
Bei der Gummel-Kurve ist r = ln IC,Modell - ln IC,Mess (weil dort der Strom über vier Zehnerpotenzen läuft), bei allen anderen Kennfeldern der relative Fehler r = (xModell - xMess)/xMess.
Minimiert wird mit dem Simplexverfahren nach Nelder und Mead: ein Vielflach aus acht Punkten im siebendimensionalen Parameterraum wird gespiegelt, gestreckt, gestaucht oder zusammengezogen, bis es sich um das Minimum zusammenzieht. Es braucht keine Ableitungen — richtig gewählt, weil zwei der Parameter (IKF, RBB) über Zehnerpotenzen laufen und deshalb logarithmisch geführt werden.
Ergebnis (Startwerte aus Abschnitt 5.2):
| Parameter | Start | Gesamtausgleich |
|---|---|---|
| n | 1,004 | 1,004 |
| IS | 4,85·10-14 A | 4,765·10-14 A |
| βF | 272 | 253,2 |
| VA | 146,0 V | 126,6 V |
| VAB | 200 V | 1390 V |
| RBB | 20 Ω | 18,8 Ω |
| IKF | 0,1 A | 4,05 A |
Der Fehler je Kennfeld sinkt dabei deutlich:
| Kennfeld | vorher | nachher |
|---|---|---|
| Gummel ln IC | 0,064 | 0,064 |
| Ausgangskennlinie | 2,658 % | 0,620 % |
| hFE(UCE) | 3,001 % | 0,732 % |
| hFE(IC) | 2,554 % | 0,548 % |
| IC(IB) | 2,425 % | 0,579 % |
5.4 Dritter Weg: das erweiterte Modell
Nimmt man den Leckterm des Basisstroms hinzu (zwei weitere Parameter ISE, NE für die Rekombination in der Sperrschicht) und hält IKF, RBB, VAB auf Datenblattwerten fest, so bleiben vier freie Parameter. Das Ergebnis: n = 1,004, IS = 4,726·10-14 A, βF = 249,9, VA = 103,3 V, ISE = 3,534·10-15 A, NE = 1,350.
Der Vergleich mit dem Datenblatt des BC337-25 fällt so aus:
| Parameter | Ausgleich | Datenblatt |
|---|---|---|
| IS | 4,73·10-14 A | 4,13·10-14 A |
| βF | 250 | 292 |
| VA | 103 V | 146 V |
Die Abweichung bei βF ist keine Überraschung: der Buchstabe „25" im Typnamen bezeichnet eine Auswahlgruppe mit einer Streubreite von etwa 160 bis 400. Das vermessene Bauteil liegt in der Gruppe, nicht in deren Mitte.
5.5 Was aus diesen Daten überhaupt bestimmbar ist
Ein angepasster Parameter ist nicht dasselbe wie ein bestimmter Parameter. Die Probe ist einfach: man ändert einen Parameter um 20 % und sieht nach, um welchen Faktor das Gütemaß Q dabei wächst. Wächst es stark, ist der Parameter durch die Daten festgelegt; bleibt es fast gleich, ist es eine flache Mulde, und jeder Wert darin ist gleich gut.
| Parameter | Q wächst um den Faktor | Urteil |
|---|---|---|
| n | 3211,81 | gut bestimmt |
| βF | 38,50 | gut bestimmt |
| IS | 8,87 | gut bestimmt |
| VA | 1,06 | schwach |
| RBB | 1,01 | nicht bestimmbar |
| VAB | 1,00 | nicht bestimmbar |
| IKF | 1,00 | nicht bestimmbar |
Das ist das ehrlichste Ergebnis dieses Abschnitts. Drei der sieben Parameter sind aus diesen Messungen nicht zu gewinnen — nicht weil das Verfahren schlecht wäre, sondern weil die Messung den Bereich nicht berührt, in dem sie wirken: IKF wirkt erst bei Strömen weit über 10 mA, RBB erst bei Basisströmen im Milliamperebereich, VAB überhaupt nur, wenn man die Rückwirkung auf den Basisstrom genau genug misst. Wer sie braucht, muss andere Messungen fahren, nicht besser rechnen.
5.6 Wie die implizite Gleichung gelöst wird
Gleichung (3) hat IB auf beiden Seiten. Gelöst wird sie durch wiederholtes Einsetzen: man beginnt mit IB(0) = IC/βeff (also ohne Bahnwiderstand) und rechnet
bis sich nichts mehr ändert. Das Verfahren zieht zusammen, solange |∂ IB(k+1)/∂ IB(k)| = IB RBB/(n VT) lt; 1 ist, also solange der Spannungsabfall am Bahnwiderstand klein gegen die Temperaturspannung bleibt. Bei IB = 20 µA und RBB = 18,8 Ω ist dieser Abfall 0,4 mV gegen 26 mV — das Verfahren braucht dort drei bis vier Schritte.
Wird umgekehrt UBE zu einem vorgegebenen IB gesucht, hilft die Halbierung: IB(UBE) wächst streng monoton, also genügt es, das Suchfenster [0,2 V; 1,0 V] 50-mal zu halbieren. Das ist langsamer als Newton, kann aber nicht davonlaufen — bei einer Exponentialfunktion ein Vorzug.
5.7 Zwei Parametersätze und ihr Abstand
Im Projekt sind zwei Parametersätze in Gebrauch, und das ist Absicht: sie sind zwei unabhängige Wege zum selben Ziel und zeigen, wie weit das Ergebnis trägt.
| Arbeitssatz | Fitsatz | |
|---|---|---|
| Herkunft | erweitertes Modell (5.4) + VA aus Ablesung (5.2) | Gesamtausgleich (5.3) |
| n | 1,004 | 1,004 |
| IS | 4,726·10-14 A | 4,765·10-14 A |
| βF | 249,9 | 253,2 |
| VA | 146,0 V | 126,6 V |
| IKF | 0,9 A | 4,05 A |
| RBB | 60 Ω | 18,8 Ω |
| VAB | 106 V | 1390 V |
An denselben Messdaten gemessen (Programm bjt_kennwerte.py):
| Kennfeld | Arbeitssatz RMS / größte | Fitsatz RMS / größte |
|---|---|---|
| IC(UCE), 146 Punkte | 2,510 % / 6,128 % | 0,621 % / 1,771 % |
| IC(IB), 69 Punkte | 2,093 % / 5,389 % | 0,573 % / 1,299 % |
| hFE(UCE), 146 Punkte | 2,696 % / 6,058 % | 0,739 % / 2,216 % |
| Gummel ln IC, 31 Punkte | 0,068 / 0,156 | 0,064 / 0,137 |
Der Fitsatz trifft die Messung viermal genauer. Für alles Folgende — Kleinsignal, Vierpol, Browser-Seite — wird deshalb der Fitsatz verwendet und der Arbeitssatz als Gegenprobe mitgeführt.
6 Kleinsignal: die h-Parameter
6.1 Was ein h-Parameter ist
Im Arbeitspunkt wird die Kennfläche durch ihre Tangentialebene ersetzt. Als unabhängige Größen wählt man in Emitterschaltung den Eingangsstrom IB und die Ausgangsspannung UCE; die abhängigen sind Eingangsspannung UBE und Ausgangsstrom IC. Das ergibt die Hybridform:
mit
Jeder der vier ist die Steigung einer Tangente in genau einem der vier Quadranten. Das ist der Grund, warum das Vierquadrantenbild so gezeichnet wird: es ist kein Anschauungsbild, sondern die grafische Fassung dieser vier Ableitungen.
6.2 Herleitung aus dem Modell
Das Modell gibt nicht unmittelbar UBE(IB), sondern IB(UBE, UCE) und IC(UBE, UCE). Man bildet deshalb zuerst die vier Leitwerte
und rechnet daraus um. Aus iB = gπ uBE + gµ uCE folgt unmittelbar
Einsetzen in iC = gm uBE + go uCE ergibt
Damit ist der Übergang vom Kennfeld zum Vierpol vollständig hergeleitet — ohne ein Ersatzschaltbild vorauszusetzen. Die Leitwerte selbst werden als zentrale Differenzen gerechnet, etwa
weil Gleichung (3) implizit ist und sich nicht geschlossen ableiten lässt. Die Schrittweite ist ein Kompromiss: zu groß, und die Krümmung fälscht das Ergebnis; zu klein, und die Auslöschung gleicher Zahlen frisst die Stellen auf. Bei δ = 0,1 mV gegen n VT = 26 mV liegt der Verfahrensfehler bei (δ/nVT)2/6 ≈ 2,5·10-6 — vernachlässigbar.
Zur Gegenprobe von Hand: für den Kollektorstrom ist die Ableitung geschlossen bekannt,
und genau diesen Wert liefert auch die numerische Differenz.
6.3 Die Zahlen im Arbeitspunkt
Arbeitspunkt IC = 5,00 mA, UCE = 5,00 V. Aus Gleichung (4) folgt zuerst UBE, daraus über Gleichung (3) der Basisstrom:
| Arbeitssatz | Fitsatz | Abstand | |
|---|---|---|---|
| UBE | 658,0 mV | 657,7 mV | 0,05 % |
| IB | 18,58 µA | 18,82 µA | 1,3 % |
| h11e | 1452,7 Ω | 1397,2 Ω | 3,8 % |
| h21e | 279,8 | 269,1 | 3,8 % |
| h22e | 33,02 µS | 34,39 µS | 4,2 % |
| h12e | -4,99·10-7 | -1,87·10-5 | — |
| gm | 192,64 mS | 192,64 mS | 0 |
Drei Beobachtungen:
- Die Steilheit gm ist in beiden Sätzen identisch, weil sie nach 6.2 nur von IC und n abhängt — und n ist der am besten bestimmte Parameter überhaupt.
- h11e, h21e, h22e unterscheiden sich um weniger als 5 %, obwohl die zugrunde liegenden Parametersätze sich in VA um 15 % und in RBB um den Faktor 3 unterscheiden. Das ist die eigentliche Aussage von Abschnitt 5.5: die nicht bestimmbaren Parameter sind deshalb nicht bestimmbar, weil sie im Ergebnis fast nichts ändern.
- h12e ist im Arbeitssatz um anderthalb Zehnerpotenzen kleiner, weil dort VAB = 106 V gesetzt ist — das heißt „keine Rückwirkung". Beide Werte sind so klein, dass sie in jeder Verstärkerrechnung verschwinden; h12e · uCE liegt bei 1 V Ausgangshub unter 20 µV.
Die Probe „h21e ≈ βF" geht auf: 269 gegen 253 beim Fitsatz. Die Differenz ist kein Fehler, sondern der Unterschied zwischen Gleichstromverstärkung (IC/IB) und Wechselstromverstärkung (∂ IC/∂ IB); letztere ist größer, solange hFE mit dem Strom noch steigt.
7 Vom h-Vierpol zur Kettenmatrix
7.1 Warum A-Parameter
Die Hybridform ist zum Messen bequem, zum Zusammensetzen aber unbrauchbar: schaltet man zwei Vierpole hintereinander, so lassen sich ihre h-Matrizen nicht einfach multiplizieren. Die Kettenform kann das. Sie beschreibt Eingang durch Ausgang:
und für eine Kette gilt schlicht Ages = A1A2·s.
7.2 Die Umrechnung h arrow A
Mit Δh = h11h22 - h12h21 lautet sie
Herleitung in zwei Zeilen: die zweite Hybridzeile i2 = h21i1 + h22u2 nach i1 aufgelöst gibt i1 = (i2 - h22u2)/h21; das in die erste Zeile u1 = h11i1 + h12u2 eingesetzt gibt u1 = (h11/h21)i2 + (h12 - h11h22/h21)u2. Mit dem Vorzeichenwechsel des Kettenzählpfeils (-i2 statt i2) steht die Matrix da.
7.3 Querwiderstände
Ein Widerstand, der quer vom Signalweg gegen Masse liegt (der Basiswiderstand gegen die Betriebsspannung ist für das Kleinsignal dasselbe, weil die Betriebsspannung Wechselstrommasse ist), hat die Kettenmatrix
denn er lässt die Spannung durch (u1 = u2) und zweigt den Strom u2/R ab.
7.4 Die Emitterschaltung, durchgerechnet
Schaltung: UCC = 15 V, RC = 1 kΩ, Basisvorwiderstand RB von UCC zur Basis, Last RL = 10 kΩ, Quellwiderstand Ri = 1 kΩ.
Schritt 1 — Arbeitspunkt. Zwei Maschen, zwei Unbekannte (UBE, UCE), und rechts stehen die Modellgleichungen:
Gelöst wird mit Newton-Raphson. Die Jacobi-Matrix wird numerisch gebildet (das Modell ist implizit), die Schrittweite wird begrenzt — |Δ UBE| ≤ 50 mV, |Δ UCE| ≤ 2 V — weil eine Exponentialfunktion einen ungebremsten Newton-Schritt sonst über alle Zahlgrenzen trägt. Als Rückfallebene dient eine verschachtelte Halbierung.
Der Basiswiderstand wurde so gewählt, dass UCE = UCC/2 herauskäme: exakt 532,1 kΩ, nächster Wert der Reihe E24 510 kΩ. Mit diesem Reihenwert liegt der Arbeitspunkt nach 6 Newton-Schritten bei
| Arbeitssatz | Fitsatz | |
|---|---|---|
| UBE | 669,3 mV | 668,2 mV |
| IB | 28,10 µA | 28,10 µA |
| UCE | 7,17 V | 7,36 V |
| IC | 7,83 mA | 7,64 mA |
| hFE = IC/IB | 279 | 272 |
Dass UCE nicht genau 7,5 V wird, ist die Folge des E24-Sprungs von 532 auf 510 kΩ: 4 % mehr Basisstrom, 4 % mehr Kollektorstrom, 0,3 V weniger UCE.
Schritt 2 — h-Parameter in diesem Arbeitspunkt (nicht im Arbeitspunkt aus Abschnitt 6.3 — Kleinsignalparameter gelten nur dort, wo sie gerechnet wurden). Fitsatz: h11e = 941,5 Ω, h12e = -1,874·10-5, h21e = 277,0, h22e = 51,49 µS, Δh = 0,05367.
Schritt 3 — Kettenmatrizen. Der Transistor:
dazu die beiden Querwiderstände mit 1/RB = 1,961 µS und 1/RC = 1,000 mS.
Schritt 4 — Kette. In Signalrichtung:
Schritt 5 — Beschaltung. Aus den A-Parametern folgen die Kennwerte der beschalteten Stufe unmittelbar:
| Kennwert | Arbeitssatz | Fitsatz |
|---|---|---|
| rein | 978 Ω | 944 Ω |
| raus | 951 Ω | 949 Ω |
| Av | -262,0 (48,4 dB) | -254,3 (48,1 dB) |
| Ai | -25,6 | -24,0 |
| Avs | -129,5 (42,2 dB) | -123,5 (41,8 dB) |
Die Gegenprobe von Hand: die Spannungsverstärkung einer Emitterschaltung ist Av ≈ -gm (RC ∥ RL ∥ ro). Mit gm = IC/(nVT) = 7,64 mA/25,95 mV = 294 mS, RC ∥ RL = 909 Ω und ro = 1/h22e = 19,4 kΩ ergibt sich 909 ∥ 19421 = 868 Ω und Av ≈ -255,6. Zwischen Handformel und Kettenrechnung liegen damit 0,5 % — das ist der Anteil, den der Basiswiderstand und die Rückwirkung beitragen und den die Handformel weglässt.
raus ≈ RC ∥ ro = 1000 ∥ 19400 = 951 Ω — auch das stimmt. rein ≈ h11e ∥ RB = 941,5 ∥ 510000 = 939,7 Ω; die Kettenrechnung sagt 944 Ω, der Rest ist die Rückwirkung über h12e.
8 Der Transistor als Vierpol — die Klammer
Der Bogen dieses Manuskripts lässt sich in einem Satz sagen: der Messplatz stellt zwei Größen ein und misst zwei, das Modell verbindet die vier durch Gleichungen, und die Ableitungen dieser Gleichungen im Arbeitspunkt sind die Vierpolparameter. Jede Stufe prüft die vorige:
| Stufe | Zweiter, unabhängiger Weg |
|---|---|
| Umrechnung Register arrow Volt | Bauteilwerte der Schaltpläne gegen die Angaben im Übersichtsplan (12,32 V / 12,10 V gegen „0 … 12 V") |
| Steckwiderstände | Rückrechnung aus drei Bedienblättern, Streuung 0,4 % |
| Modellparameter | merkmalsweise Ablesung gegen Gesamtausgleich gegen erweitertes Modell |
| Bestimmbarkeit | Empfindlichkeit des Gütemaßes statt Behauptung |
| h-Parameter | numerische Differenz gegen die geschlossene Formel gm = IC/(nVT) |
| Verstärkerkennwerte | Kettenmatrix gegen die Handformel Av ≈ -gm(RC ∥ RL ∥ ro) |
| Ganze Kette | zwei Parametersätze, Abstand im Ergebnis unter 5 % |
9 Beiliegende Programme
| Datei | Was sie tut |
|---|---|
bjt_extract.py | merkmalsweise Ablesung (Abschnitt 5.2) |
bjt_fit.py | Gesamtausgleich über alle Kennfelder, Bestimmbarkeit (5.3, 5.5) |
bjt_gesamt.py | erweitertes Modell mit Leckterm, Datenblattvergleich (5.4) |
bjt_analyse.py, bjt_verify.py, bjt_modell_vergleich.py | Zwischenschritte und Gegenproben |
bjt_dashboard.py | alle Kennfelder und Parameter auf einem Blatt |
bjt_hparam.py | h-Parameter im Arbeitspunkt mit Tangentenbild (Abschnitt 6) |
bjt_4quadrant.py | Vierquadranten-Kennfeld mit durchgezogenem Arbeitspunkt |
bjt_verstaerker.py | Emitterschaltung: Newton-Arbeitspunkt, Kettenmatrix (Abschnitt 7) |
bjt_kennwerte.py | vergleicht beide Parametersätze an denselben Daten und schreibt alle Zahlen dieses Manuskripts nach kennwerte.json |
geraetekonstanten.py | rechnet die Umrechnungen aus Abschnitt 2 aus den Bauteilwerten und schreibt sie nach geraet.json |
Kennlinien-Schreiber.ino, ad_da.cpp, modbus.cpp, config.h | die Firmware des Messplatzes |
Alle Auswerteprogramme brauchen nur numpy und matplotlib und laufen im Ordner der Messdateien.
10 Was offen ist
- RC ist nicht dokumentiert. Der Wert lässt sich aus den vorliegenden Blättern nicht zurückrechnen (Abschnitt 2.5). Die Browser-Seite führt ihn deshalb als Eingabe; wer das Gerät in der Hand hat, sollte ihn nachtragen.
- Die Messdatei-Herkunft. Die fünf Textdateien des BC337-25 tragen keine Geräteangabe. Für die Auswertung ist das gleichgültig, für die Nachvollziehbarkeit nicht.
- Die Regelparameter. Die beiden Regler des Bedienblatts sind als PID-Blöcke ausgeführt; ihre Beiwerte liegen im Projekt des Leitstands und nicht im Arbeitsbereich. Die Browser-Seite bildet die Kaskade deshalb mit einem einfachen Integralregler nach und weist das aus.
- Der vierte Quadrant am Leistungstransistor. Die Rückwirkung ist so klein, dass sie im vorliegenden Blatt nahe an der Auflösungsgrenze des Messwegs liegt (Abschnitt 3.3). Eine Messung mit größerem RC und kleinerem Bereich wäre aussagekräftiger.
1 Wozu diese Anleitung
Das Manuskript erklärt, warum der Messplatz so rechnet. Diese Anleitung sagt, was zu tun ist, damit er misst — in der Reihenfolge, in der es getan wird. Sie setzt den Aufbau als fertig voraus: bestückte Leiterplatte, Firmware aufgespielt, Netzteil vorhanden.
2 Was gebraucht wird
| Teil | Angabe |
|---|---|
| Leiterplatte | „Kennlinien-Schreiber V2.0" mit aufgestecktem Mikrorechnermodul |
| Speisung | 24 V Gleichspannung an der zweipoligen Klemme, mindestens 1 A |
| Verbindung zum Rechner | USB-Kabel zum Mikrorechnermodul (ist zugleich die serielle Schnittstelle) |
| Steckwiderstände | RC im Kollektorzweig, RB im Basiszweig; Richtwerte RB = 7,5 kΩ, RB_GND = 1 kΩ |
| Prüfling | npn- oder pnp-Transistor, an der jeweiligen Klemmenreihe |
| Leitstand | ein Programm, das Modbus RTU über eine serielle Schnittstelle spricht |
Die Klemmenreihen sind auf der Leiterplatte beschriftet: oben NPN: Rc C E B Rb GND, darunter PNP: E C Rb B Rc GND. Ein Prüfling wird immer an genau eine der beiden Reihen gelegt.
3 Die Widerstände wählen
Die drei gesteckten Widerstände legen die Messbereiche fest. Für den Kollektorzweig gilt: der Abfall über RC geht dem Prüfling an Spannung verloren.
Beispiel: soll UCE bis 10 V reichen und IC bis 60 mA, so darf IC RC ≤ 2,3 V sein, also RC ≤ 38 Ω. Mit RC = 33 Ω beträgt die Stromauflösung kAD/RC = 184,7 µV/33 Ω = 5,6 µA je Zählschritt — bei 60 mA sind das 0,009 %.
Für den Basiszweig gilt dasselbe:
Der dritte Summand ist der Ableitstrom durch RB_GND, der ebenfalls durch RB fließen muss. Mit RB = 7,5 kΩ, RB_GND = 1 kΩ und UBE = 0,7 V bleiben für IB RB noch 12,3 - 0,7 - 5,3 = 6,3 V, also IB ≤ 0,84 mA. Für Leistungstransistoren mit Basisströmen um 1 mA ist RB also kleiner zu wählen; für Kleinsignaltransistoren mit 10 … 50 µA darf er deutlich größer sein, was die Auflösung verbessert.
Die Auflösung des Basisstroms hängt an beiden Widerständen:
Mit RB = 7,5 kΩ und RB_GND = 1 kΩ sind das 272 nA; bei IB = 20 µA also 1,4 %. Der Ableitwiderstand ist dabei der größere Anteil: mit RB_GND = 10 kΩ sinkt die Zahl auf 62 nA.
Zwei Faustregeln: RB so groß wie möglich, solange die Spannungsrechnung oben noch aufgeht — und RB_GND so groß, wie der Aufbau es ohne Zappeln erlaubt. Beides verbessert die Auflösung, und beides kostet Spannungsreserve am Speisepunkt.
4 Anschließen — in dieser Reihenfolge
- Speisung aus.
- Steckwiderstände einsetzen. Die Werte notieren; der Leitstand braucht sie, sonst rechnet er falsche Ströme aus richtigen Spannungen.
- Prüfling an die passende Klemmenreihe. Bei Leistungstransistoren im Metallgehäuse ist das Gehäuse der Kollektor — beim Ablegen auf eine leitende Unterlage aufpassen.
- USB-Kabel zum Rechner. Der Mikrorechner läuft damit schon, die Endstufen aber nicht.
- Speisung ein. Die Leuchtdiode am Mikrorechnermodul zeigt jeden gültigen Modbus-Rahmen durch kurzes Aufleuchten an.
Abbauen in umgekehrter Reihenfolge; besonders: Speisung aus, bevor der Prüfling gewechselt wird.
5 Den Leitstand einrichten
5.1 Schnittstelle
| Feld | Wert |
|---|---|
| Schnittstelle | die serielle Schnittstelle des Mikrorechnermoduls |
| Übertragungsrate | 115200 Bit/s, 8 Datenbits, keine Parität, 1 Stoppbit |
| Teilnehmeradresse | 1 |
| Wortreihenfolge | einfache 16-Bit-Register, keine Umordnung (es gibt keine 32-Bit-Werte) |
| Abfragezyklus | 100 … 500 ms |
Nur ein Programm darf die Schnittstelle belegen. Ein noch offenes Terminal oder ein zweites Prüfprogramm blockiert sie; der Leitstand meldet dann „keine Antwort", obwohl das Gerät in Ordnung ist.
5.2 Kanaltabelle
Die Register sind in zwei Blöcken einzutragen — die Stellregister werden geschrieben, die Messregister gelesen:
| Nr. | Typ | Anzahl | Adressversatz | Bedeutung |
|---|---|---|---|---|
| 1 | WO (16) | 2 | 0 | Stellwerte: 0 = Kollektorzweig, 1 = Basiszweig |
| 2 | WI (4) | 8 | 4 | Messwerte: 4…7 roh, 8…11 als Mittelwert |
Die Zahl in Klammern ist der Modbus-Funktionscode. Das Gerät versteht zum Lesen die Codes 3 und 4, zum Schreiben 6 und 16 (und quittiert 1, 2, 5, 8, 15). Wer nur die Mittelwerte braucht, trägt stattdessen einen Block WI (4), Anzahl 4, Versatz 8 ein.
Ein Schreibbefehl auf die Register 4 und höher wird quittiert, aber nicht ausgeführt — Messwerte lassen sich nicht überschreiben.
5.3 Umrechnungen im Leitstand
Diese fünf Zeilen sind alles, was der Leitstand rechnen muss:
| Größe | Formel |
|---|---|
| Klemmenspannung aus Messregister | U = 184,659 µV · Registerwert |
| Stellregister aus Sollspannung | Registerwert = U / 188,010 µV |
| Kollektorstrom | IC = (URC1 - URC2) / RC |
| Basisstrom | IB = (URB1 - URB2)/RB - URB2/RB_GND |
| Kollektor-Emitter-Spannung | UCE = URC2 |
Dabei sind URC1, URC2, URB1, URB2 die Register 8, 9, 10, 11 (Mittelwerte) beziehungsweise 4, 5, 6, 7 (roh).
5.4 Die beiden Regler
Der Leitstand regelt in Kaskade:
- innerer Kreis, schnell: Sollwert UCE, Istwert aus Register 9, Stellgröße Register 0;
- äußerer Kreis, langsam: Sollwert IB, Istwert aus Registern 10 und 11 nach der Formel oben, Stellgröße Register 1.
Der innere Kreis muss deutlich schneller eingestellt sein als der äußere — mindestens um den Faktor drei bis fünf. Wird diese Regel verletzt, schaukeln sich beide gegeneinander auf, und die Kennlinie zeigt ein Zittern, das kein Bauteileffekt ist.
6 Eine Kennlinie aufnehmen
- Basisstrom-Sollwert auf die erste Stufe setzen (Beispiel: 0,2 mA) und warten, bis der äußere Kreis steht.
- UCE-Sollwert von 0 an in Schritten erhöhen (Beispiel: 0,1 V). Bei jedem Schritt warten, bis beide Regelabweichungen unter der Schranke liegen.
- Den Punkt (UCE, IC) ablegen.
- Nach der letzten UCE-Stufe zur nächsten Basisstromstufe gehen und bei 2 fortfahren.
- Fertig, wenn die letzte UCE-Stufe der letzten Basisstromstufe erreicht ist.
Für die anderen Quadranten werden Soll- und Laufgröße vertauscht: im zweiten Quadranten läuft der Basisstrom und UCE steht fest, im dritten und vierten wird zusätzlich UBE aus Register 11 aufgezeichnet.
Schrittweite: in Bereichen, in denen sich IC kaum ändert (also im aktiven Bereich), darf die Schrittweite wachsen. Im Knie unterhalb von 0,5 V sollte sie klein bleiben — dort steckt die Aussage über die Sättigungsspannung.
7 Prüfen, ob alles stimmt
Vom Sichtbaren zum Messbaren:
- Rahmen kommen an. Die Leuchtdiode blinkt im Takt des Abfragezyklus. Tut sie das nicht, stimmen Schnittstelle, Übertragungsrate oder Adresse nicht.
- Messwerte bewegen sich. Ohne Prüfling und ohne Stellwert müssen alle vier Messregister nahe Null stehen.
- Stellweg wirkt. Register 0 auf den Wert 10000 (dezimal) setzen: URC1 muss auf 10000 · 188,010 µV = 1,88 V gehen, und Register 8 muss 1,88 V/184,659 µV = 10181 (dezimal) anzeigen — 1,8 % über dem Stellwert, weil Stell- und Messweg verschiedene Referenzen haben. Weicht es stark ab, ist ein Bauteil im Teiler oder in der Gegenkopplung falsch.
- Kurzschlussprobe. RC durch eine Brücke ersetzen: dann müssen die Register 8 und 9 gleich sein, also IC = 0. Ist die Differenz größer als zwei Zählschritte, liegt ein Versatz zwischen den Kanälen vor, den der Leitstand herausrechnen muss.
- Erst dann den Prüfling einsetzen.
8 Stolperfallen
- Widerstandswerte nicht nachgeführt. Der häufigste Fehler: RC gewechselt, im Leitstand steht noch der alte Wert. Die Spannungen stimmen, die Ströme nicht.
- Nur ein Programm an der Schnittstelle. Terminal, Prüfskript und Leitstand schließen sich gegenseitig aus.
- Zu schneller äußerer Kreis. Siehe 5.4 — das Zittern in der Kennlinie kommt vom Regler, nicht vom Bauteil.
- Messregister beschreiben. Wird quittiert, wirkt aber nicht; wer sich darauf verlässt, sucht den Fehler an der falschen Stelle.
- Rohwerte statt Mittelwerte. Die Register 4…7 rauschen sichtbar mehr als 8…11. Für die Regelung und für die Aufzeichnung gehören die Mittelwerte genommen.
- Sättigungsbereich überfahren. Wird URC1 zu klein gewählt, geht der Prüfling in die Sättigung, der Basisstrom bricht ein, und der äußere Regler fährt gegen den Anschlag. Die Kennlinie zeigt dann eine senkrechte Linie bei kleinem UCE — das ist kein Bauteileffekt, sondern fehlende Regelreserve.
- Prüfling heiß. Das Kennfeld verschiebt sich mit der Temperatur um etwa -2 mV/K in UBE. Bei Leistungstransistoren zwischen den Kurven abkühlen lassen oder die Aufnahme im Impulsbetrieb fahren.
9 Im Fehlerfall
| Beobachtung | Zuerst prüfen |
|---|---|
| keine Antwort | Schnittstelle belegt? Adresse 1? 115200 Bit/s? |
| Leuchtdiode blinkt, Werte bleiben 0 | Speisung 24 V fehlt — der Mikrorechner läuft über USB auch ohne sie |
| alle Messwerte am Anschlag | Stellwert zu groß, oder Prüfling fehlt und der Basiszweig steht offen |
| Ströme negativ | RC oder RB vertauscht, oder Prüfling an der falschen Klemmenreihe |
| Kennlinie zittert | Reglerbeiwerte (5.4) |
| Kennlinie bricht bei kleinem UCE senkrecht ab | fehlende Regelreserve, siehe oben |